Größter Doppeldecker startete zu Rundflügen

Großer Andrang beim Flugplatzfest - Beifall für Überflug von „Tante Ju"

Neumünster. Grandiose Vorführungen von Gleitschirmfliegern, der Überflug einer historischen Ju 52, Looping drehende Modellflugzeuge und Warteschlangen an Flugsimulatoren: Geschätzte 17 000 Besucher kamen zum Flugplatzfest in Neumünster und schnupperten Fliegerluft.

Von Karsten Leng

Strahlender Sonnenschein und tropische Temperaturen: Über zehn Jahre hat sich der Cheforganisator des Flugplatzfestes, Gerwin Dienger, das gewünscht:„ Wir sind bisher jedes Jahr mit Regen bedacht worden und jetzt endlich der Hauptgewinn im Wetter-Lotto." Am Sonnabend erlebten rund 7000 Gäste einen abwechslungsreichen Tag auf dem Flugplatz. Höhepunkt war der Überflug einer historischen JU-52 - in Fliegerkreisen liebevoll „Tante Ju" genannt - in rund 50 Metern Höhe. Die Passagiere hatten die Fenster der Maschine geöffnet und winkten den staunenden „Erdlingen" zu. Nach einem zweiten Überflug nahm die Maschine Kurs Richtung Kiel auf. Wer den Oldtimer verpasst hatte, konnte in dem Ausstellungszelt der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung einen im Maßstab 1:10 originalgetreuen Nachbau in Augenschein nehmen.

Echte Hingucker waren für die Zuschauer auch die Flugschauen vieler Modellflugzeuge. Pech hatte dabei Manfred Münster aus Hamburg. Als er den Nachbau eines Udet-Doppeldeckers mit 3,30 Meter Spannweite angetrieben von einem Fünf-Zylinder Sternmotor mit neun Pferdestärken per Fernbedienung zum Start rollen ließ, saß eine Puppe als Pilot in der offenen Kanzel. Nach mehreren Platzrunden und einigen Loopings landete die Maschine. Doch der Pilotensitz war leer. „Den haste wohl nicht richtig angeschnallt", lästerte ein Zuschauer.

Absolutes Highlight waren mehrere Flugsimulatoren. Lange Warteschlangen bewiesen, dass die Lust, die eigenen fliegerischen Fähigkeiten zu testen, Jung und Alt sowie beide Geschlechter verbindet. Wer sich in die Lüfte begeben wollte, hatte dazu ebenfalls ausreichend Gelegenheit. Egal ob mit dem weltweit größten Doppeldecker, einer Antonow 2, mit einem Hubschrauber oder den Gyrocoptern - einem zweisitzigen offenen Mini-Hubschrauber - alle Passagiere stiegen nach der Landung mit glückseligen Gesichtern aus den Maschinen wieder aus. „Das war einfach himmlisch", berichtete Sabrina Meyer aus Kiel, die sich bei einem Rundflug mit einem Gyrocopter den Flugwind um die Nase hatte wehen lassen.

 

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